Die Geschichte des Drachenbootes führt uns zurück ins 2.
Jahrhundert vor Christus . . . Zu dieser Zeit lebte im chinesischen Königreich
der Minister Qu Yuan. Er war sehr beliebt bei dem gesamten Volk; bei seinem König
war er jedoch in Ungnade gefallen und wurde aus seinem Amt entlassen. Unglücklich
wanderte er nun ziellos umher und schrieb heute noch viel gelesene
Liebesgedichte an sein Volk und sein Land. Unfähig, den Schmerz zu ertragen,
beging Qu Yuan Selbstmord, indem er sich in den Fluss Mi Lo stürzte. Die
Legende besagt, dass einheimische Fischer mit ihren Booten wie um die Wette auf
den Fluss hinausfuhren, Qu Yuan ins Leben zurückzuholen. Um seinen Körper vor
den gefräßigen Fischen zu schützen, schlugen sie mit ihren Paddeln kräftig
auf das Wasse und warfen mit Reis gefüllte Weinblätter in den Fluss.
Diese Szene der Fischer, die auf den Fluss hinaus fuhren, um die Seele des Qu
Yuan zu retten, wiederholt sich nicht nur in China jedes Jahr aus Tradition in
Form von Drachenbootfestivals, sondern ist im Laufe der Zeit über Amerika und
England bis hin nach Deutschland gekommen. Das erste Drachenbootrennen in
Deutschland gab es 1987 im Rahmen der Kanurennsport-WM in Duisburg, doch sein
Siegeszug begann im Jahre 1989 mit den Rennen im Rahmen des 800.
Hafengeburtstages. In der Folge kam es vor allem in Norddeutschland zur Gründung
von Teams. Diese waren zunächst eigenständige Gruppen und Vereine, doch schon
bald erkannten viele Kanuclubs das Potenzial des Drachenbootsports und gründeten
eigene Drachenboot-Abteilungen. 1990 wurde der Deutsche Drachenboot Verband gegründet,
der im Jahre 1992 zum ersten Mal Deutsche Meisterschaften ausrichtete, die
seitdem jährlich stattfindenen Europameisterschaften gibt es seit 1991,
Weltmeisterschaften seit 1995. Drachenboot ist im Programm der World Games, den
Weltspielen der nicht-olympischen Sportarten, enthalten und strebt seine
Anerkennung als olympische Disziplin an. Im Deutschen Sportbund ist Drachenboot
durch den Deutschen Kanu-Verband vertreten, dem inzwischen die Mehrzahl der
deutschen Drachenbootsportler angehört. Nachdem eine geplante Kooperation
zwischen DDV und DKV Anfang 2003 am Votum des DDV scheiterte, verstärkte der
DKV seine eigenen Aktivitäten in diesem Bereich und errichtete ein eigenes
Ressort "Kanu-Drachenbootsport", um damit den steigenden Aktivitäten
in diesem Bereich gerecht zu werden